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Über die Herstellung von Kugelbomben

 

Kugelbomben, werden auschließlich bei Großfeuerwerken gezündet. Das macht den Unterschied zum Silvesterfeuerwerk aus. Dort werden ausschließlich Raketen verwendet. Bei den bei Großfeuerwerken verwendeten Bomben, handelt es sich um mit Sternen und einer Zerlegerladung gefüllte Pappschalen, sehr selten werden Kunsstoffschalen verwendet, die aus einem Mörser geschossen werden und hoch am Himmel ihren Effekt entfalten.

 

Den Herstllungsprozeß möchten wir ihnen am Beispiel von japanischen Kugelbomben darstellen. Die Japaner sind zu Recht die Meister der Feuerwerkerei, aber auf der ganzen Welt, werden Kugelbomben auf ähnliche Art und Weise hergestellt.

 

 

 

 

 

 

Folgende Arbeitsschritte sind erforderlich

 

1. aus Chemikalien müssen die Sterne und Zerlegerladung hergestellt werden

2. die Bombenhalbschalen werden mit den pyrotechnischen Komponenten gefüllt      und ein Verzögerungszünder eingesetzt

3. in diesem Schritt werden die gefüllten Halbschalen zusammengefügt und mit Leimgeträngten Papierstreifen verklebt, dieses nennt man auch Pasting

4. Trocknen der Bomben

 

                                                                                    

          

 

 

 

Sterne und Zerleger

   

Der hauptsächliche Inhalt von Kugelbomben sind Sterne. Diese sind am Himmel als funkensprühende oder farbige Punkte zu sehen, nach dem die Zerlegerladung, die Bombe am höchsten Punkt zur Explosion gebracht hat. Durch eine vielzahl von Rezepten, wird eine große Formenvielfalt und Farbenvielfalt der Sterne erreicht. Nach diesen Rezepten werden die Chemikalien zu pyrotechnischen Sätzen, auch Wazai genant, gemischt.

Beginnen wir aber mit dem ersten Arbeitsschritt, wo die benötigten Rohstoffe genau abgewogen werden, zu feinem Pulver zermahlen werden, dann gesiebt und im richtigen Verhältnis gemischt werden, wird auch Haigou genannt.

 

 

 


 

 

 

     

 

 

    

 

 

 

                        

 

 

Bei japanische Kugelbomben, wo sich die Sterne kugelförmig ausbreiten und unter Umständen auch noch mehrmals die Farbe wechseln, es handelt sich dabei um Warimono Bomben, werden runde Sterne , so genannte Hoshi , mit genau dem selben Durchmesser gebraucht. Nur durch diese Genauigkeit, wird erreicht, daß die Sterne zur gleichen Zeit die Farbe wechseln und zum gleichen Zeitpunkt verglühen.

In einer Rolltrommel, werden die Sterne um einen Kern dragiert. Es handelt sich dabei um einen kleinen Leuchtstern oder ein Samenkorn. Um ein wachsen der Sterne zu erreichen, wird in eine sich ständig drehende Trommel im wechsel, das Sternenpulvergemisch und ein Lösungsmittel gegeben. Um perfeckt und gleich große Sterne nach dieser Methode zu erhalten, auch Hoshi-kake genannt, bedarf es eines großen Geschicks.

 

 


 

 

Sterne werden in mehren Arbeitsschritten gerollt. Zwischen den arbeitsschritten werden sie immer wieder aus den Trommeln genommen, um sie auf Sieben oder ausgebreiteten Strohmatten zu trocknen. Das trocknen geschieht im Freien. Dies wird getan, um die Sterne schneller zu trocknen. Würde man die Sterne gleich auf ihre größe rolle, würden sie nur langsam trocknen und unter Umständen könnte es zu einer unerwünschten chemischen Reaktion im inneren der Sterne kommen. Für die farbwechselnden Sterne , ist es Möglich, nach jedem Trocknungsvorgang, ein anderes Sternenpulver aufzurollen. Wird die Bombe nun zur explosion gebracht, erscheinen die Farben in umgekehrter Reihenfolge. Dabei ist die zuletzt aufgebrachte Schicht der Zündmantel, japanisch Kake-boshi=ummantelter Stern, es handelt sich dabei um ein Schwarzpulver ähnliches Gemisch, das als erstes gezündet wird. Diese Schicht hat ihrer Seitz genügend Energie für die meißt höheren Zündtemperaturen des Sternenpulvers.

 

 


 

Bei den Bomben des Warimono Typs befindet sich nur eine Sternenlage entlang der Innenseite der Bombenschale. Der meißte Teil des Bombeninneren ist mit der Zerlegerladung, Warikayaku, Hadanyaku, gefüllt. Bei Bomben mit mehren Sternenlagen, wird die Zerlegerladung zwischen den Sternen angeordnet.

Grobkörniges Schwarzpulver findet in kleinkaliber Bomben Verwendung. Bei größeren Bomben wird der Schwarzpulversatz, ähnlich dem Hoshi-kake, um Samenkörner gerollt oder in einer dünnen Schicht auf Reishülsen paniert. Würde mann eine Zerlegerladung für eine großkalibrige Bombe nur aus Schwarzpulver machen, so wäre ihr Gewicht zu groß und auch die Sprengkraft zu groß.

 

 

Montage

 

 

In Japan werden die Kugelbomben in reiner Handarbeit hergestellt. Von japanischen Feuerwerksmeistern, den Hanabishi, werden die Bomben für Feste oder Wettkämpfe in wochen- und monatelanger Arbeit selbst hergestellt. Die kleineren Bomben werden in großen Stückzahlen von Arbeitern in Fabriken hergestellt. Das Prinzip bei allen Bombenn, Tama-gome, ist bei allen Kaliberngleich. Es werden zwei Halbschalen, tamagawa, aus Pappe, selten aus Kunststoff, sehr sorgfältig mit Sternen und der Zerlegerladung gefüllt. Danach wird alles zusammengesezt und mit Papierstreifen verklebt.

 

Nachdem bei den Bomben des Warimono Typs zuerst in eine Halbschale der Verzögerungszünder, Doukasen / Michi, eingesezt wurde, werden die gerollten Sterne entlang der Halbschalen-Innenseite angeordnet. Im nächsten Arbeitsschritt wird die in Seidenpapier, Hasamigami, eingepackte Zerlegerladung eingebracht. Durch eine schnelle Handbewegung, Packkuri, werden die Halbschalen zusammengebracht. Warimono-Bomben mit mehreren Sternlagen sind deutlich komplexer und deshalb schwieriger zu montieren.

 

 

 

1. Place finished stars inside of half package. Put in main fuse another half side package.
2. Put wrapped up breaking powder by separate paper in center of package. As this hemisphere as one unit, Make one shell by two unit.
3. Hold each half unit both hands. Such set up method call us "Pacckuri".
4. Put them togather at equator quickly.

5. After cut off hanging out paper, fix by tape temporarily each other.
6. Face paper over the shell. Paste a kraft paper over and over.

 

Seidenpapier von der Zerlegerladun, das an der Äquator- linie übersteht, wird vor dem fixiren mit Klebeband abgeschnitten. Im letzten Arbeitsschritt der Bombenmontage, dem Pasting,Tama-hari /Zukleben, werden Papierstreifen, Uwabari-shi, um die Nahtstelle, Äquator, der Halbschalen und gleichmäßig um die ganze Bombe geklebt.

 

 

 

 

 

 

Eine besondere Rolle spielt das Pasting. Die Stärke der Bombe ergibt sich nämlich, durch die Anordnung und Anzahl der in Leim getauchten Papierstreifen. Das zusammen Spiel zwischen Menge und Art der Zerlegerladung bestimmt das Pasting. Daraus ergibt sich, wie schnell eine Bombe bei der Explosion zerrissen wird und mit welcher Kraft und Geschwindigkeit sich die Sterne von der Bombe entfernen, quasi ausbreiten. Bei den Warimono Bomben, werden sehr kräftige Bombenschalen verwendet und auch kräftige Zerlegerladungen. Dadurch werden große Blütendurchmesser erreicht. Trauerweiden und Kamuros besitzen hingegen etwas schwächere Bombenschalen und weniger Zerlegerladung, damit die Sterne als "Goldregen" in Richtung Boden fallen. Es werden auch deshalb stabile Bombenschalen gebraucht, damit der Druck der explodierenden Außstoßerladung die Bombe nicht zerstört und sie schon im Abschußmörser explodiert. Deshalb wird das Pasting sehr sorgfältig mit vielen Papierstreifen durchgeführt.

 

 

 

Trocknen

 

 

 

Nun sind die Bomben bereit zum trocknen. Sie werden Schrittweise im freien getrocknet. Ausschlaggebend dafür ist, die Anzahl der beim Pasting verwendeten Papierstreifen. Um eine unkontrollierte und dazu gefährliche chemische Reaktion der Bombenfüllung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, darauf zu achten, daß auch der letzte Rest der Feuchtigkeit entwichen ist. Nach einer meist tagelangen Trocknung, sind die Bomben nun sicher und lagerfähig und bleiben natürlich auch über eine längere Zeit funktionstüchtig.

 

 


 

 

Nun sind die Bomben so gut wie fertig. Damit man sie aber aus Mörserrohren, Tutu, abschießen kann, wird ein kleiner Beutel mit Schwarzpulver am unteren Teil der Bombe um den Verzögerungszünder geklebt. Die Menge in diesem Schwarzpulversatz, richtet sich nach Gewicht, Kaliber und Steighöhe.

 

 
Wie hoch Kugelbomben fliegen, wieviel sie wiegen, wie groß ihre Treibladung ist oder welche ungeheuren Kräfte beim Abschuss wirken, erfahren Sie aus der Tabelle auf dieser Seite. Bis auf die Werte der Schubkraft und Mündungsgeschwindigkeit sind alle Daten verschiedenen Büchern entnommen und stellen Durchschnittswerte dar. Mündungsgeschwindigkeit und Schubkraft hingegen lassen sich auf diesem Weg nicht herausfinden. Diese Daten müßen mühselig berechnet werden (Nach einer Formel in Takeo Shimizus Buch "Feuerwerk vom physikalischen Standpunkt aus".).  Um relativ genaue Ergebnisse zu erhalten, sollte man beachen, dass das Verhältnis von Bomben- / Mörserdurchmesser circa 0,8 beträgt.

                                       

 Bombe Gewicht Pulvergewicht Treibladung Steighöhe Explosions-
durchmesser
Mündungs-
geschwindigkeit
Schubkraft
75er     22g        
100er 0,22kg 0,13kg 45g 125m 60m    
125er 0,54kg 0,35kg 75g 170m 130m 140m/s 1,11t
150er 1,3kg 0,65kg 130g 200m 160m 133m/s 3,2t
200er 2,5kg 1,6kg 170g 235m 230m 127m/s 4,8t
250er 4,5kg 2,7kg 280g 270m 270m 110m/s 8t
300er 8,9kg 5,0kg 450g 330m 300m 103m/s 18t
 
600er 65kg 25kg 3,5kg 500m 490m    
900er 250kg 70kg 15kg 600m 600m    
1200er 410kg 280kg   680m 700m    


                                                                          



Bilder mit freundlicher Genehmigung von FPL

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